Youth Olympic Games Gangwon 2024 Erlebnisbericht von Leena Thommen

19/20.01.2024 Anreisetag:

Der Tag begann schon früh um 6 Uhr, weil ich nicht schlafen konnte. Denn heute ging es nach Südkorea! Um 9 Uhr trafen wir uns am Flughafen in Zürich und nach kurzen Komplikationen beim Einchecken der Ski konnten wir endlich unsere Reise nach Südkorea antreten. Zusammen mit den anderen Freestylern (Freeski und Snowboard Freestyle) ging es zuerst nach Frankfurt und dann weiter nach Seoul. In Seoul angekommen, konnten wir an einer speziellen Passkontrolle für alle YOG Athleten nutzen. Nach einer kurzen Einführung am Flughafen ging es dann auf die dreistündige Busfahrt Richtung Gangwon. Als wir am späten Nachmittag endlich ankamen, waren wir alle sehr müde, also assen wir noch schnell etwas und gingen dann ins Bett. 

 

21.01.2024 Erkundungstag:

Da wir durch die Zeitverschiebung schon einen ganzen Tag verpasst hatten, wollten wir unbedingt die Gegend erkunden. So fuhren wir gegen Mittag mit dem Bus an die Küste des Japanischen Meeres. Das war besonders beeindruckend, da auf dem Sand noch frischer Schnee lag. Wir schlenderten ein wenig an den vielen Restaurants am Strassenrand entlang. In fast jedem Restaurant gab es eine grosse Auswahl an verschiedenen Meeresfrüchten. Wir liefen weiter in die nahegelegene Stadt Gangneung, wo wir auf Einkaufsläden und traditionelle Tempel trafen. Die Zeit verging sehr schnell und schon bald war es wieder Zeit ins Village zurückzukehren und der Tag war zu Ende. 

 

22.01.2024 Trainingstag:

Nach einer unruhigen Nacht und einem falschen Feueralarm begann unser Tag um 7 Uhr. Um zum Skigebiet zu kommen, mussten wir etwas mehr als eine Stunde mit dem Auto fahren. Im Skigebiet Welli Hilli Park angekommen, konnten wir unsere Skier in einem Skiraum abholen, in dem unsere Coaches und unser Servicemann am Tag zuvor unsere Skier präpariert hatten. Danach mussten wir durch ein grosses Hotel zu den Liften laufen. Das Skigebiet hat insgesamt acht Lifte, aber wir brauchten meistens nur einen. Als ich den Cross zum ersten Mal sah, konnte ich meine Vorfreude gar nicht fassen. Es war ein Kurs mit vielen (im Vergleich zu meinen bisherigen Kursen) grossen Elementen und nicht weniger als sieben Bänken. 

Im Training hatten wir eine Stunde freies Training, in der wir etwa drei Full-Course-Runs fahren konnten. Danach sind wir wieder mit dem Auto ins Village gefahren und nach dem Abendessen war der Tag auch schon vorbei. 

 

23.01.2024 Renntag 1:

Der Renntag begann sehr früh, kurz nach 5 Uhr. Wie gestern ging es nach dem Frühstück direkt ins Skigebiet. Nach einem kurzen Training ging es um 11 Uhr mit den Round Robin Läufen los. Ich fuhr fünf Läufe, bekam 19 von 20 möglichen Punkten und konnte mich somit für das Halbfinale qualifizieren. Da ging die Nervosität richtig los. Als ich dann erfuhr, dass sich meine Teamkollegin Valentine Lagger für das grosse Finale qualifiziert hatte, konnte ich mich kaum noch halten. Am Ende hat es aber doch noch geklappt und ich bin Zweite geworden. Dann kam der Finallauf. Ich konnte es kaum glauben, aber dann stand ich im Gate. Bei „Athletes into the gate“ war alles vergessen und es ging nur noch darum, so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Der Lauf verging wie im Flug, ich habe alles noch genau im Kopf, jede Kurve und jeden Sprung. Als ich als Dritte über die Ziellinie fuhr, konnte ich es kaum glauben: Ich bin Dritte bei den Olympischen Jugendspielen geworden! Auch nach der Rangverkündigung konnte ich es noch nicht glauben. Aber auch nach diesem Tag ging es schnell ins Bett, denn morgen stand der nächste Renntag an. 

 

24.01.2024 Renntag 2:

Wie gestern standen wir kurz nach 5 Uhr auf und machten uns schnell auf den Weg. Heute war der Mannschaftswettbewerb. Ich war mit Lucas Looze in einem Team und auch heute konnten wir uns für das Halbfinale qualifizieren. Leider hat es nicht ganz gereicht und wir sind im kleinen Finale gelandet. Das hat uns aber nicht aus der Ruhe gebracht und wir sind beide gute Läufe gefahren und am Ende auf dem fünften Platz gelandet! Auch an diesem Tag blieben wir für die Rangverkündigung, denn das andere Schweizer Team mit Valentine Lagger und Lorenzo Rosset gewann Bronze. Am Abend sind wir noch mit anderen Skicrossern nach Gangneung gefahren. Als wir spät zurückkamen, realisierten wir erst, was wir in den letzten zwei Tagen geleistet hatten. 

25.01.2024 Tag der Abreise:

Noch vor 6 Uhr sassen wir alle (ohne mehr als zwei Stunden Schlaf) im Bus und traten die Heimreise an. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, da ich die meiste Zeit der Busfahrt, den Aufenthalt am Flughafen und die beiden Flüge verschlafen habe. Aber als wir nach 20 Stunden endlich in Zürich ankamen, waren wir sehr froh, dass unsere Skier und unser Gepäck es auch dorthin geschafft hatten. Nach einem sehr herzlichen Empfang durch unsere Familien und Freunde um 23:00 Uhr ging es dann auch sehr schnell auf die Heimreise in die verschiedenen Kantone. 

 

Die Youth Olympic Games 2024 waren für mich ein riesiges Erlebnis mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und Freunden und ich bin allen meinen Trainern, meiner Familie, meinen Bekannten und Freunden unglaublich dankbar, die mir dies ermöglicht haben.

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